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»Junge Schmuckkunst im Museum« 2001
Verleihung des ISSP Förderpreises an Ute Eitzenhöfer

Mit der Stiftung eines jährlichen Förderankaufs „Junge Schmuckkunst im Museum“ zeichnet ISSP junge Schmuckkünstlerinnen und -künstler aus und unterstützt die moderne Sammlung des Schmuckmuseums Pforzheim. Gleichzeitig will ISSP mit dieser Auszeichnung junge Schmuckkunst einer breiteren und interessierten Öffentlichkeit nahe bringen und die Künstlerinnen und Künstler in ihrer Arbeit bestätigen und fördern.

Die „Plombenkette“ und die beiden dazugehörenden Ringe, die jetzt von ISSP für das Schmuckmuseum Pforzheim angekauft wurden, stammen aus einer wichtigen Werkgruppe Ute Eitzenhöfers. Eine auf den ersten Blick unscheinbare Arbeit – Silberplomben auf Schnur aufgereiht und mit einem Haken geschlossen, so die Kette – erschließt  sie sich bei näherer Betrachtung als ein komplexes vielschichtiges Werk, das sehr viel mehr in sich birgt als seine schmückenden Elemente. Oft sind der Anlaß zu ihren Arbeiten Personen oder Ereignisse, die mit bestimmten, ihr bekannten Personen zu tun haben. Oft auch sind Gedichte Ausgangspunkt für Schmuckstücke. So auch bei der Plombenkette: Ihr liegt ein Gedicht Ingeborg Bachmanns „Das erstgeborene Land“ zu Grunde, daß Ute Eitzenhöfer für sich interpretiert und in Material und Form übersetzt. Es ist für den Betrachter, die Trägerin nicht notwendig diesen Zugang nachvollziehen zu können, es gibt andere Ebenen, die sich erschließen lassen. Die Silberplomben halten die Schnur fest und werden an der Schnur unveränderlich festgehalten. Die physische Kraft, die erforderlich ist, Silberkugeln zu flach gequetschten Plomben zu formen, läßt sich an jeder einzelnen ablesen. Sie stehen in einem Spannungsverhältnis zur weichen, vergänglichen Schnur. Ute Eitzenhöfer spielt mit dieser Vergänglichkeit, irgendwann, trüge man die Kette sehr lange, wird die Schnur reißen sich auflösen, nur die Plomben blieben übrig.

Ute Eitzenhöfer wurde 1969 in Bruchsal geboren und absolvierte von 1988 bis 1990 die Goldschmiedeschule Pforzheim, danach folgte die Goldschmiedelehre mit Gesellenprüfung 1992. Von 1992 bis 1996 studierte sie an der Hochschule Pforzheim/ Fachhochschule für Gestaltung, Wirtschaft und Technik mit Diplom bei Prof. Johanna Dahm. Seitdem ist sie freischaffend tätig mit eigener Werkstatt in Karlsruhe. Ute Eitzenhöfer nahm an zahlreichen Ausstellungen teil und erhielt Auszeichnungen unter anderen den 3. Preis des Hessischen Staatspreises. Seit 2005 ist sie Professorin für Edelsteindesign an der Fachhochschule Trier, Fachbereich Gestaltung, Fachrichtung Edelstein- und Schmuckdesign, Idar-Oberstein