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„Junge Schmuckkunst im Museum“ 2001
Verleihung des ISSP Förderpreises an Sonja Bischur

Mit der Stiftung eines jährlichen Förderankaufs „Junge Schmuckkunst im Museum“ zeichnet ISSP junge Schmuckkünstlerinnen und -künstler aus und unterstützt die moderne Sammlung des Schmuckmuseums Pforzheim. Gleichzeitig will ISSP mit dieser Auszeichnung junge Schmuckkunst einer breiteren und interessierten Öffentlichkeit nahe bringen und die Künstlerinnen und Künstler in ihrer Arbeit bestätigen und fördern.

Sonja Bischurs Arbeiten zeichnen sich durch große Sensibilität im Umgang mit Material und Form aus. Sie hat in ihren frühen Schmuckstücken oft Naturmaterialien wie zum Beispiel  Stroh oder kleine Äste verwendet. Dabei war es ihr wichtig – trotz oder gerade wegen – des wenig anschmiegsamen Materials, Schmuckstücke, vor allem Halsschmuck, zu entwickeln, der sich dem Körper der Trägerin und ihren Bewegungen anpasst, sie umschmeichelt.

Sonja Bischur orientiert sich in ihren Arbeiten an der ethymologischen Bedeutung von Schmuck als „dem Körper sich Anschmiegendes“. In diesem Zusammenhang ist auch der Halsschmuck zu sehen, der von ISSP für das Schmuckmuseum Pforzheim erworben wurde. Einzeln oder zu mehreren, werden die „Schnüre“, so der Titel der Arbeit, um den Nacken gelegt und offen, fast hüftlang getragen. Die vergoldeten und versilberten in sich gedrehten wellenartigen Ketten fallen wie Haarlocken über die Schulter und folgen den Bewegungen beim Tragen.

Es ist die Einfachheit der Technik und der Form mit der  eine außergewöhnliche Wirkung erzielt wird, die diesen Halsschmuck auszeichnen und ISSP bewogen hat, die „Schnüre“ von Sonja Bischur für das Schmuckmuseum Pforzheim zu erwerben.

Sojna Bischur wurde 1966 in Salzburg geboren, sie studierte an der Hochschule für angewandte Kunst und als Gasthörerin an der Fachhochschule Pforzheim. 1999 war sie Gastprofessorin an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz. 2000 erhielt sie ein fünfmonatiges Atelierstipendium in Japan/Fujino durch das Bundeskanzleramtes der Republik Österreich. Seit 1989 hat Sonja Bischur zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen und Einzelausstellungen.