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»Junge Schmuckkunst im Museum« 2020
Juliette Même für ISSP-Förderankauf ausgewählt

Vorstellung Juliette Même, bitte hier klicken: Juliette Même – Förderankauf 2020

Unter dem Motto »Junge Schmuckkunst im Museum« erwirbt der Förderverein des Schmuckmuseums Pforzheim, kurz ISSP, alljährlich zeitgenössischen Schmuck für die moderne Sammlung des Hauses. 2020 ist die Wahl auf zwei »Hopfenbroschen« der Französin Juliette Même gefallen. Das Besondere an ihnen ist, dass sie sehr filigran aus dem Metall alter Bierdosen gefertigt sind: »Dieser Ansteckschmuck stellt die Verbindung zwischen der Herkunft des Biers, den Hopfenblüten, und seiner letzten Verpackung, der Dose, her«, so die Absolventin der Haute école des arts du Rhin (HEAR) in Straßburg. Bei ihrer Arbeit geht es der Schmuckkünstlerin darum, Augenmerk auf den Wert von Dingen oder Materialien zu lenken, die zunächst uninteressant erscheinen mögen.

Der Förderankauf »Junge Schmuckkunst im Museum« zeichnet Schmuckkünstler mit einer eigenständigen und innovativen Auffassung aus und wird von der Internationalen Gesellschaft der Freunde des Schmuckmuseums Pforzheim e.V. gestiftet. So ist die Sammlung des Schmuckmuseums seit 1988 nahezu jährlich um zeitgenössischen Schmuck erweitert worden.

Während die ISSP-Mitglieder in den letzten Jahren die Möglichkeit hatten, bei der Jahresversammlung als Jury zu fungieren, war dies 2020 coronabedingt nicht möglich, und der Vorstand fällte die Entscheidung. Aus demselben Grund wird es in diesem Jahr auch kein Künstlergespräch, geben was sonst exklusiv für die Freunde des Schmuckmuseums angeboten wird.

Juliette Même studierte seit 2016 an der HEAR (Haute école des arts du Rhin) in Straßburg. Den Abschluss zum Bachelor erhielt sie 2018 und verbrachte während des folgenden Masterstudienganges ein Semester in Bratislava an der Akademie für Kunst und Design VŠVU. Dort entwickelte sie die Konzepte und fertigte die ersten Schmuckstücke dieser Werkgruppe. Für den Masterabschluss 2020 entstand eine große Installation mit facettenreichen Arbeiten, sie benutzte vorwiegend einfache Materialien wie Reflektoren oder Aluminiumfolie oder vergrub Schmuck aus Baumwolle für eine Zeit in ihrem Garten. Zwei Broschen aus der Gruppe „Peace of Wall“ werden auch Teil der Sammlung des Schmuckmuseums. Inspiriert von zerbrochenen Mauern in Bratislava fügte sie Fragmente zu Vögeln, ein Sinnbild für die Überwindung des Eisernen Vorhanges.

Ihre Herangehensweise beschreibt die Künstlerin folgendermaßen:

„Through my intervention, I try to reveal the value, the preciosity of things or materials which supposed to be uninteresting. It’s a game between the shape and the material, an appropriation of things which come from the daily life environment by the manipulation. …

What makes the value of jewellery? Is it the material, or the memories associated to the object? Here I chose to twist the financial value with the emotional value, by using popular beer packaging (named Kronenbourg) to create a representation of classical jewellery. The idea is to materialize precious moments as simple as sharing a beer with friends. It was also a technical challenge that gave me more logic in jewelry making. I decided to work only with the very thin metal of the cans. Which led me to another way of making.“